Geländewagen P3

Die Entstehungsgeschichte des Geländegängigen PKW P3:

Vorgänger des P3 war der P2M, der in den 1950er Jahren entwickelt und produziert wurde.

Ende der 1950er Jahre entwickelte das Fahrzeugwerk in Zwickau/ Hohenstein Ernsstal einen speziell für militärische Aufgaben gedachten geländegängigen Pkw, der die Bezeichnung P3 erhielt. Vorgänger war der P2M.
Zunächst wurde der P3 im VEB Kooperation Karl Marx-Stadt hergestellt.
Die Produktion übernahm dann das eigentlich für den Bau des Lkw W 50 zuständige Automobilwerk Ludwigsfelde.

Nach den Versuchsmustern (1960 – 10 Wagen) und den Nullserienfahrzeugen (1961 – 30 Wagen) wurde der P3 in der Zeit von 1962 bis 1965 (in einigen Quellen bis 1966) in Serie gefertigt.
Erste Vorserienfahrzeuge sollen bereits 1959 getestet worden sein.
Der P3 ist ein dreitüriger Geländewagen für die Aufnahmemöglichkeit von sieben Personen, der P2M hatte fünf Plätze.

Im Gegensatz zur PKW-Sitzweise beim P2M saßen die Mitfahrer (außer Fahrer und Beifahrer)
längs zur Fahrtrichtung auf zwei Bänken (rechts 3, links 2).

Die ersten P3 sind leicht zu erkennen, da sie noch den feststehenden Kühlergrill aufwiesen und
der Kühlerdeckel über der Motorhaube stand.
Eine weitere Besonderheit stellte der verdeckte Tankstutzen dar.

Es sollten jährlich 1000 Fahrzeuge produziert werden.
Auch das Ausland meldete Interesse an dem Geländewagen an, wurde aber nicht beliefert.

Ein Vergleich der taktisch technischen Daten beider Fahrzeuge verdeutlicht das größere Leistungsvermögen des P3,
dessen Motor eine Weiterentwicklung des P2M-Antriebs darstellt.

Das noch heute imposante technische Konzept sagte unter anderem aus:
– ein Sachsenringmotor (6 Zylinder Reihe) mit Alu-Block,
– Drehstabfederung mit Einzelradaufhängung und oben liegenden Lenkstangen,
– Differenzialsperren vorn und hinten sowie
– synchronisierte Getriebe

Es sollen ca. 3800 P3 hergestellt worden sein, obwohl es auch die Rahmennummern über 4000 gab.

Vorrangig wurden sie in der NVA in allen Teilstreitkräften und bei den Grenztruppen der DDR
in unterschiedlichen Funktionen genutzt.

Neben der Verwendung als Transporter und Führungsfahrzeug gab es den P3 auch als Funk-P3, Werkstattwagen,
Großlautsprecherstation 1500 (GLS 1500), Scheinwerferwagen.
Als technische Zeichnung habe ich ihn auch als Basisfahrzeug für ein RG und Granatwerfer gesehen.


Der Funk-P3 gehört Gerhard.

Ca. 20 P3 wurden zu Kommandeursfahrzeugen mit 4 Türen und Kabrio-Verdeck umgebaut.
Von ihnen soll kein Fahrzeug überlebt haben. Derzeit werden 4 P3 als 4-Türer neu aufgebaut.

Die Viertürer werden in Regie von Matthias und Siegfried nach einer zweijährigen Recherche gebaut.Der hier abgebildete P3 gehört Manfred.

In der NVA wurde der P3 bereits in den 70-er Jahren durch den Gas 69 und später durch den UAS ersetzt.
Nur als Spezialfahrzeuge waren sie 1989 noch im Bestand der NVA, häufig nur im Gefechtspark abgestellt.

Bei den Grenztruppen wurden sie bis 1987 durch den UAS ersetzt.
Neben der NVA fanden die P3 auch Verwendung bei der Feuerwehr, dem Zivilschutz, bei den Vermessern.

Häufig wurden ausgesonderte P3 in der Landwirtschaft und der Forst eingesetzt. Insbesondere die Landwirtschaf t
baute die Fahrzeuge auf Dieselmotoren (Multicar, RS09) um. Die wenigsten Fahrzeuge wurden an Privatpersonen verkauft.

Wie viele P3 davon die Zeit überlebt haben ist nicht bekannt. Offensichtlich sind es jedoch mehr, als angenommen,
denn mehr als 30 P3-Besitzer haben wir bereits in M-V ausfindig gemacht.
Viele P3 stehen noch abgestellt und sind nicht fahrbereit. Im Straßenbild sieht man sie selten,
doch bei Treffen ist die Tendenz zum Glück steigend.

In dieser Rubrik möchten wir über die Entstehung und die Historie des P3 berichten, informieren, diskutieren.
Somit soll sich diese Rubrik entwickeln, denn es gibt wohl kaum das perfekte Wissen, sondern vielmehr einen
kleineren Kreis von Interessierten und Begeisterten des P3.

Dabei gibt es auch in dieser kleinen „Gemeinde“ durchaus unterschiedliche Auffassungen,
Informationen und Wissensstände. Für konstruktive Beiträge, Informationen und Material sind wir dankbar.

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