Die Bremsen

Nun ging es an die Bremsen.
Nach dem Auseinanderbau kam das Entrosten. Die Bremstrommeln habe ich in einer Dreherei abdrehen lassen. Die Haltebleche und Trageflansche habe ich verzinken lassen. Problem ist, dass sich dann die Stellschraube nicht mehr drehen lässt. Zukünftig werde ich solche Sachen galvanisch verzinken lassen.

Die Bremsbacken wurden von mir neu belegt. Das war eine Herausforderung, da ich die Bohrungen selbst setzen musste und diese dann noch behutsam versenkt werden mussten, damit der Nietenkopf passt. Das Absägen des Überstandes (Belege waren von einem Anhänger) stellte kein Problem dar.
Viele Teile lassen sich auch heute noch aus alten LPG- oder KfL-Lagern beschaffen.

Die Radbremszylinder habe ich eingeweicht, mit ganz feinem Nassschleifpapier bearbeitet, neue Gummis rein und fertig. Bei drei von vier Radbremszylindern hat das auf Anhieb funktioniert. Die Kleinteile (auch die Federn) wurden galvanisch verzinkt. Man darf nur nicht vergessen, die Zylinder mit säurefreiem Fett vor Korrosion zu schützen.
Zur Erklärung: Bremszylinder und Kolben rosten fest, wenn man nicht dafür sorgt, dass ein leichter Fettfilm vor Korrosion schützt. Dieses wird besonders wichtig, wenn der P3 über Winter steht und somit die Bremszylinder nicht in Bewegung sind!

Die Bremsleitungen wurden neu verlegt. Meterware gibt es im normalen Handel.

Die Radbremszylinder und den Hauptbremszylinder hatte ich vorsichtig ausgeschliffen, mit neuen Manschetten versehen, die es ja noch zu kaufen gibt, und verbaut. Wichtig ist, dass man die Radbremszylinder mit einer  geeigneten Paste (säurebeständig) versiegelt, damit sie nicht rosten. Insbesondere in den Wintermonaten, in denen der P3 kaum bewegt wird, rosten die Radbremszylinder gerne fest.

Mittlerweile habe ich den Hauptbremszylinder (Einkreis) durch einen “Zweikreis” ersetzt. Hier eignet sich der Hauptbremszylinder für den B1000, da er gerade so unter passt, aber er passt!

P3-Zweikreisbremse

Bei den verlegten Bremsleitungen muss man nichts ändern, sie nur etwas umbiegen. Den neuen Ausgleichsbehälter mit zwei Kammern kann man an der gleichen Stelle verbauen und es fällt kaum auf. Der Hauptbremszylinder ist in neu zu einem besseren Preis zu bekommen, als ein regenerierter für den P3.
Mir war mal ein Radbremszylinder der Hinterachse raus gerutscht und ich trat vor einer Kreuzung ins leere. Das wollte ich nicht nochmal erleben! Die Bremsleistung ist sicherer und aus meiner Sicht auch spürbar besser mit dem Zweikreissystem.